| Blumen, Beifall und Trauer
Um 23.35 war es so weit: Unwiderruflich schloß sich zum
letzten Mal der Vorhang im Musical Theater Duisburg. Die deutsche
Inszenierung von Les Miserables, im Zuge der sich abzeichnenden
Finanzprobleme der STELLA-Gruppe als erste geopfert,
feierte einen umjubelten Abschied.
Ausverkauftes Haus schon Monate vorher, zur letzten Vorstellung
des Boublil/Schoenberg-Klassikers gaben sich die treuesten Fans
ein Abschiedsstelldichein. Kaum Busse auf den Parkplätzen,
dafür PKWs aus dem gesamten Bundesgebiet, Fans aller Altersgruppen
drängten sich, bewaffnet mit Blumensträußen,
Stofftieren und Transparenten schon eine Stunde vor Einlaß
an den Eingangstüren.
Fanclubs mit eigens gefertigten T-Shirts schon in der Nachmittagsvorstellung,
ein Stimmungsgemisch aus Trauer und Freude, das sich auf das
ganze Haus zu übertragen schien.
Auf einer Stecktafel direkt im Eingang verabschiedete sich das
Team des Hauses von seinem Publikum, den Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern des Vorderhauses fiel ihr Dienst am letzten Tag
sichtbar schwer (ihnen an diesem letzten Abend ein besonderes
Lob für ihre freundliche und hilfsbereite Leistung, weit
über den sonst STELLA-üblichen Service
hinaus), trotzdem entwickelte sich schon im Foyer eine Art erwartungsvoller
Volksfeststimmung.
Rote Phrygermützen mit dem Logo des Stückes wurden
ans Publikum verteilt und sorgten nach Saaleinlaß für
ein ungewohntes Bild im ausverkauften Haus.
Schon der herzliche und begeisterte Applaus für das Orchester
vor Beginn des Stückes machte deutlich, daß ein ganz
besonderer Musicalabend vor Akteuren und Zuschauern liegen sollte.
Eine engagierte und mit Herz und Spielfreude über die Rampe
gebrachte Aufführung, vom fachkundigen Publikum immer wieder
(an den richtigen Stellen!) mit begeisterten Applaus gefeiert,
nahm ihren Anfang.
Die Ensembleleistung verdient höchstes Lob. Von der Zusammensetzung
her sicher nicht gerade eines der stärksten Les Mis- Ensembles
der drei Duisburger Jahre steigerten die Darsteller sich von
Stück zu Stück in eine berauschende Spielfreude hinein.
Von der ersten Bühnenminute an präsentierte sich
Hartwig Rudolz als Javert von Weltklasseformat und überragte
mit Stimme und Bühnenpräsenz. Seine grandiose Leistung,
gekrönt von einem mit Hingabe und Perfektion vorgetragenen
Stern, riß das Publikum zu wahren Beifallsorkanen
hin.
Charles Fornara begann als Valjean verhalten, steigerte sein
Spiel im 2. Akt jedoch zu anrührender und begeisternder
Intensität, die besonders in den leisen Momenten,
in denen man im Theater eine Stecknadel hätte fallen hören
können, das Publikum in seinen Bann zog.
Auch Maya Haakvoort bot als Fantine eine sehr gute Leistung
. Besonders hervorzuheben ist hier, daß sie schon den
Zuschauern der Nachmittagsvorstellung die Chance geboten hatte,
sie in dieser Rolle zu erleben.
Micheal Lewis und Lilian Marti boten als Marius und Cosette
eine rundherum gelungen Leistung.
Jaqueline Braun bot als Eponine im zweiten Akt eine atemberaubende,
seit Sanni Luis wohl in Duisburg nicht mehr gesehene Leistung,
selten sah man Nur für mich und Eponines
Tod überzeugender.
Kati Farkas als Mme. Thenardier enttäuschte auf ganzer
Linie, während Claus Dam als M. Thenardier wohl die Show
seines Lebens spielte. Unbeeindruckt von Script und Regieanweisungen
bot er Stand-up-Comedy vom Feinsten und gab der Rolle ein an
vielen Stellen eine ungeahntes Profil, das zu stürmischem
Szenenapplaus Anlaß gab.
Die Ensemblenummern gewannen in zweiten Akt zunehmend an Dynamik,
viele der vom Haus auf den Plätzen bereitgelegten Taschentücher
dürften ihrer Bestimmung zugeführt worden sein.
Der Applaus am Ende des Stückes sprengte dann jedoch jede
Dimension. Schon in den Schlußton hinein sprang das begeisterte
Publikum von den Sitzen auf und feierte das Ensemble mit einem
frenetischen Beifall und einem wahren Regen von Blumen, Stofftieren
und Luftballons. Insgesamt 30 Minuten Standing Ovations für
die Mitwirkenden und schließlich, zum allerletzten Mal
Das Lied des Volkes ein gewaltiges Abschlußbild
mit Darstellern, Techniker und Musikern, die sich sichtlich
bewegt von ihrem Publikum verabschiedeten.
Björn Herrmann, Schwanewede (29.11.1999)
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Merci, Les Mis!
Rote Fahnen, Spruchbänder, extra bedruckte T-Shirts, Fans
aus dem ganzen Bundesgebiet - hat man solch eine Begeisterung
schon einmal bei Stella gesehen? Und das sogar in der Nachmittagsvorstellung.
Schon im Prolog mehrfach begeisterten Szenenapplaus, am Ende
20 Minuten Standing-Ovations, die erst durch den Feuervorhang
gebremst wurden [18 Uhr - Zeitmangel!]. Ein einmaliges Erlebnis.
Das Ensemble (eigentlich nicht gerade erstklassig besetzt) spielte
sich in einen Rausch. Jeder wollte noch einmal zeigen, was er
kann. Regieanweisungen? Spielleitung? Uns doch egal! Ein Slapstick-Thénadier
ohne Vorbilder (Claus Dam), eine Fantine (Maya Haakvoort) die
zum Sterben beinahe die ganze Bühne braucht, ein Javert
(Kasper Holmboe), der den "Stern"-Schluss mit Rock-Röhre
brüllt und eine Cosette (Lilian Martin), die im Finale
sichtlich gerührt ihren Text ("Viel zu früh ...")
abbrechen muss und über Valjeans (Dennis Dubbin) Schoß
zusammenbricht, Ensemblemitglieder, die beim Schlußapplaus
wie im Rausch über die Bühne tanzen.Das war zwar nichts
für Ersttäter, aber die waren an diesem Tag sowieso
die Ausnahme. Ein einmaliges Erlebnis. Hoffentlich gibt es irgendwann
ein Wiedersehen mit "Les Miz" in Deutschland. Merci,
Les Mis!
Robin Jantos, Leipzig (30.11.1999)
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Ein Stern geht unter
Eine grandiose Vorstellung, die unter die Haut ging.
Schon vor Beginn im Foyer war eine Atmosphäre spürbar die zum
einen Trauer wiedergab, zum anderen aber die Vorfreude, bei
diesem besonderen Ereignis dabei sein zu können, was ja nicht
jedem Les Mis-Fan gelang. Standing Ovations schon bevor der
erste Ton des Orchesters erklang, womit die Anhänger Ihre Anerkennung
und wohl auch Begeisterung für das „erfolgreichste Musical der
Welt“ zum Ausdruck brachten. Dies ließ ein einzigartiges Musicalerlebnis
erwarten. Beim Prolog sah und vor allen Dingen hörte man schon,
welch eine Leistung das gesamte Ensemble in der letzten Show
noch einmal bringen würde. Da keiner der Darsteller spielfrei
hatte, bekam man manchmal den Eindruck, die Bühne wäre zu klein
geraten. In nahezu allen „Massenszenen“ wirkte sich die „Überbesetzung“
hörbar positiv aus. Alle Darsteller gaben an diesem Abend noch
einmal ihr Bestes, was das größtenteils kundige Publikum mit
häufigem und gut plaziertem Beifall belohnte.
Die herausragendste Leistung bot sicherlich der stimmgewaltige
Hartwig Rudolz, der den Javert so überzeugend spielte, wie kein
anderer. Seine „Sterne“ waren absolute Weltklasse. Hervorragend
waren aber auch Paul Donkers, Jacqueline Braun, Maya Hakvoort,
Michael Lewis sowie Lilian Marti, die durch die von Marius im
Garten an der Rue Plumé überreichte Rose sicherlich genau so
gerührt war, wie die Zuschauer. Charles Fornara, zu Beginn seines
Engagements bei Les Mis etwas schwach, hat sich jedoch gesteigert,
so daß er beim Finale als Jean Valjean absolut überzeugen konnte.
Das Ehepaar Thenardier, insbesondere Claus Dam, hat dafür gesorgt,
daß die Stimmung an diesem Abend nicht ganz der Trauer zum Opfer
fiel. Stark, wie er mit kleinen Textveränderungen, die man nur
als Mehrfachbesucher (wer war das an diesem Abend wohl nicht)
erkannte, das Publikum begeisterte. Zitat: „Hat jemand meine
Frau gesehen?“ oder „Herr Inspektor, wann darf ich denn nun
endlich mal gehen?“
Zum Schluß bekam dann das Ensemble, was es verdient hat; einen
halbstündigen, begeisterten Beifallssturm, der nur durch den
letzten Vorhang beendet werden konnte. Und wir Zuschauer erhielten
dafür die wohl einzige Zugabe in 1.598 Vorstellungen und hiermit
die einzigartige Möglichkeit, mit den Akteuren gemeinsam noch
einmal das Lied des Volkes zu singen. Es war schön, dabei gewesen
zu sein.
Adieu Les Mis
Michael Gahl, Duisburg (09.12.1999)
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... seid ihr bereit für die letzte Schlacht
?!?!?!? ...
Schluss, Aus, Ende ... monatelange Vorbereitung auf die letzten
Shows von "Les Mis" hatten sich nicht gelohnt...
Schon zu Beginn bot sich ein erschlagendes und bewegendes Bild.
Das gesamte Ensemble (!) präsentierte sich zum letzten Mal als
gepeinigte Sträflinge und eröffnete eine grossartige Show, die
so manchen Tränenfluss auf und vor der Bühne auslöste. Ob ein
Charles Fornara als ein in den letzten Wochen überzeugender
Valjean, oder Paul Donkers als stimmgewaltiger Enjolras - jeder
Darsteller fühlte und füllte seine Rolle aus und konnte dieses
dem erstklassigen Publikum vermitteln !
D A N K E, ich werde Euch vermissen !
Corinna Vollmert, Duisburg (09.12.1999)
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Danke....
Ich kann einfach nur Danke für die letzte Vorstellung sagen.
Les Mis ist für mich eines der besten Musicals, da kann auch
keine neue Produktion von Jekyll & Hyde helfen. Die Schauspieler
haben auch in der letzten Vorstellung alles gegeben, und es
war einfach sensationell. Ob Hartwig Rudolz in der Rolle als
Javert (Stern war super) oder die anderen Schauspieler, es haben
mir alle sehr gut gefallen. Es ist schade, daß so ein
Musical in Deutschland nicht den Erfolg gefunden hat, den es
verdient hat. Ich wünsche allen Schauspieler/innen und den Mitarbeitern
des Theaters viel Erfolg weiterhin. Und nochmal für die sehr
gute letzte Aufführung.
Kai Gerdes, Oldenburg (14.12.1999)
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